Samstag, 17. August 2019, 19:05
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Funktionsdiagnostik Information für Zahnärzte

Funktionsdiagnostik im Praxisalltag

Nach wie vor ist es aus medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten für jede Praxis sinnvoll und lohnenswert, die Funktionsdiagnostik in den Praxisalltag zu integrieren.

Zum einen verbessert sich die Qualität der zahnärztlichen Therapie nachhaltig und zum anderen erkennen und würdigen die Patienten recht bald die Kompetenz einer Praxis auf diesem Gebiet. Funktionsdiagnostische Leistungen sollten jedem Behandlungsfall in angemessener Form angepasst werden. Nicht immer ist das Maximum an Maßnahmen notwendig, aber mancher Fall wird ohne dieses Maximum nicht lösbar sein.

Nachfolgend wird beschrieben, wie man die Funktionsdiagnostik in den Praxisalltag integrieren kann.

Kleine Ursachen - Große Folgen

Schon kleine Okklusionsstörungen können zu schweren Fehlfunktionen mit Kopfschmerzen, Nacken-Schulterverspannungen, Kiefergelenkproblemen oder Parodontopathien führen. Daher muss jeder Fall mit solcher Anamnese zunächst einer klinischen Untersuchung zugeführt werden. Dabei fahndet man nach druckdolenten Kaumuskeln, nach Zeichen von Bruxismus und versucht abzuklären, ob bei Kiefergelenkproblemen eine Diskusverlagerung in Frage kommt oder ob Stress Auslöser oder Verstärker der Probleme ist.

Danach entscheidet sich, ob und welche instrumentellen Methoden zur Klärung des Problems nötig sind.

Wenn Okklusionsstörungen als Ursache für die Beschwerden vermutet werden, kann eine individuell adjustierte, zentrische Aufbissschiene eingegliedert werden. Sie zeigt innerhalb weniger Tage oder Wochen, ob die Beschwerden nachlassen und sich das Problem durch okklusale Korrekturen (Einschleifen, prothetische Restaurierung, Kieferorthopädie) lösen lässt. Eine solche Schiene sollte mindestens in einem Mittelwertartikulator, besser aber in einem volljustierbaren Artikulator mit Gesichtsbogenübertragung und zentrischer Bissnahme hergestellt werden, weil dann die exzentrischen Bewegungen genauer kontrolliert werden können.

 

 

 

Nach der Schienenvorbehandlung sollte eine Okklusionsanalyse in einem volljustierbaren Artikulator durchgeführt werden. Sie gibt wichtige Hinweise auf okklusale Interferenzen in Zentrik und Exzentrik; und über deren Ausmaß und Korrekturmöglichkeiten. Es sollte gleichzeitig nachgeprüft werden, ob die Störungen auch im Mund zu finden sind.

Eine arbiträre Gesichtsbogenübertragung und die Übertragung der OK/UK-Modelle in zentrischer Relation in den Artikulator sind Grundvoraussetzungen.

 

 

 

Je komplexer der Fall, desto wichtiger ist es, hier möglichst genaue Methoden zur Diagnostik der Kiefergelenk- bzw. Unterkieferbewegungen einzusetzen. Wir verwenden für solche Fälle einen volljustierbaren Artikulator, der unter Verwendung eines Registrierverfahrens eingestellt werden kann. Mit Hilfe des DIR-Systems werden Bewegungen aufgezeichnet die wichtige Rückschlüsse auf Art und Ursache der Funktionsstörungen geben. Diese Ergebnisse führen zu unterschiedlichen Methoden der Therapie.

Weder zeitraubend noch teuer.

Da schon kleine Okklusionsstörungen zu sehr schweren Myoarthropathien führen können, muss einleuchten, dass auch die Herstellung von Zahnersatz schon aus prophylaktischen Gründen nicht ohne ein Mindestmaß an Funktionstherapie sein darf. Die arbiträre Gesichtsbogenübertragung in einem vollindividuellen Artikulator mit genauer Zuordnung beider Kiefermodelle in der therapeutischen Bissrelation ist die Minimalforderung.

Die Funktionsdiagnostik ist weder schwierig noch zeitraubend, vorausgesetzt man nimmt sie ernst und erlernt sein Handwerk, wobei wir Sie gerne unterstützen. Die Investitionskosten sind durch bessere Leistungen, weniger Ärger mit Nachbesserungen und zufriedenen Patienten schnell amortisiert.

Funktionsdiagnostische Maßnahmen werden nach GOZ berechnet. Fast jeder Patient versteht es, dass diese Leistungen für seine Gesundheit notwendig sind, auch wenn sie nicht immer erstattet werden.

Kaum zu verstehen, dass sie noch nicht in den Praxisablauf jeder Praxis integriert ist.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung und unterstützen Sie auch bei der Praxiseinführung.

10.08.2012, 17:53 von MSZ | 567275 Aufrufe